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MPU

Die Medizinisch-Psychologische Untersuchung, kurz MPU, wird im Volksmund oft als Idiotentest bezeichnet. Sie dient dazu, die Fahreignung nach Auffälligkeiten im Straßenverkehr zu beurteilen. Die Fahrerlaubnisbehörde ordnet sie an, wenn Zweifel bestehen, ob eine Person künftig sicher und regelkonform am Straßenverkehr teilnehmen kann. Die Untersuchung wird von amtlich anerkannten Begutachtungsstellen für Fahreignung durchgeführt.

Wann eine MPU angeordnet wird

Typische Anlässe, die in der Fahrerlaubnis-Verordnung geregelt sind, sind:

  • Alkohol am Steuer mit 1,6 Promille oder mehr
  • wiederholte Alkoholverstöße im Straßenverkehr
  • Drogen am Steuer oder Hinweise auf Drogenabhängigkeit
  • wiederholte Verkehrsverstöße oder erhebliche Straftaten, die Zweifel an der Eignung begründen
  • Verlust der Fahrerlaubnis nach Erreichen von acht Punkten, je nach Entscheidung der Behörde

Die Anordnung erfolgt schriftlich und nennt die konkrete Fragestellung, zu der die Begutachtungsstelle Stellung nehmen soll. Diese Fragestellung ist wichtig für die Vorbereitung.

Ablauf der Untersuchung

Die MPU besteht aus mehreren Teilen:

  • Medizinischer Teil: ärztliche Untersuchung, bei Alkohol und Drogen mit Laborwerten.
  • Leistungstests: Prüfung von Reaktion, Konzentration und Belastbarkeit am Computer.
  • Psychologisches Gespräch: Gespräch mit einem Verkehrspsychologen über das Vorgehen, die Ursachen und die Verhaltensänderung.

Das Ergebnis wird in einem Gutachten zusammengefasst. Der Betroffene erhält dieses Gutachten zuerst selbst und entscheidet, ob es der Behörde vorgelegt wird. Die Behörde sieht es also nur, wenn es eingereicht wird.

Vorbereitung

Eine gründliche Vorbereitung gilt als wichtig. Es geht darum, das eigene Verhalten ehrlich zu reflektieren und glaubhaft darzulegen, dass sich Einstellung und Verhalten dauerhaft geändert haben. Dazu zählen häufig:

  • Abstinenznachweise bei Alkohol oder Drogen, die über mehrere Monate geführt werden
  • ein anerkannter Kurs oder eine verkehrspsychologische Beratung
  • die Aufarbeitung der Ursachen und ein tragfähiges Konzept für die Zukunft

Beratungsstellen und Verkehrspsychologen bieten Vorbereitung an. Auf unseriöse Versprechen etwa von garantierten Erfolgen sollte nicht gebaut werden.

Kosten und Wiederholung

Die Untersuchung ist kostenpflichtig, die Gebühren legen die Begutachtungsstellen fest. Sie hängen vom Umfang ab und sollten vorab erfragt werden. Fällt das Gutachten negativ aus, muss die Neuerteilung nicht endgültig scheitern. Nach einer erneuten Vorbereitung ist ein weiterer Anlauf möglich, wobei zwischen den Versuchen oft ein zeitlicher Abstand sinnvoll ist.

Bezug zur Neuerteilung

Die MPU ist oft ein zentraler Baustein auf dem Weg zurück zur Fahrerlaubnis. Die gesamte Abfolge beschreibt die Seite Führerschein zurückbekommen. Zu den Gründen, die eine MPU nach sich ziehen können, informiert die Seite Gründe für den Führerscheinentzug.

Begutachtungsstellen und Rechte der Betroffenen

Die MPU wird von amtlich anerkannten Begutachtungsstellen für Fahreignung durchgeführt, die die Anforderungen der Fahrerlaubnis-Verordnung erfüllen müssen. Betroffene dürfen die Stelle grundsätzlich selbst wählen. Die Fahrerlaubnisbehörde teilt ihnen vorab die Fragestellung mit. Das Gutachten geht zunächst an die untersuchte Person, die entscheidet, ob es der Behörde vorgelegt wird. Wird es nicht vorgelegt, kann die Behörde auf mangelnde Eignung schließen.

Inhalte der Begutachtung

Die Untersuchung besteht aus einem medizinischen Teil, einem Leistungstest und einem psychologischen Gespräch. Im Gespräch geht es um die Ursachen des Fehlverhaltens, die Aufarbeitung und die Frage, ob eine stabile Verhaltensänderung eingetreten ist. Bei Alkohol und Drogen sind Nachweise über Abstinenz oder kontrolliertes Trinkverhalten entscheidend. Beratung bieten Verkehrspsychologen.

Zusammenhang mit anderen Seiten

Zur Sperrfrist informiert die Seite Sperrzeit, zu Gründen des Entzugs Gründe für den Führerscheinentzug. Die Gesamtübersicht bietet Führerscheinentzug.

Häufige Fragen

Wer ordnet die MPU an?

Die Fahrerlaubnisbehörde. Sie benennt die Fragestellung und setzt eine Frist zur Vorlage des Gutachtens.

Kann die MPU verweigert werden?

Rechtlich ja, die Behörde darf dann aber auf Ungeeignetheit schließen und die Fahrerlaubnis verweigern oder entziehen.

Wie lange ist ein MPU-Gutachten gültig?

Das Gutachten sollte zeitnah bei der Behörde vorgelegt werden, da Fristen gelten. Die genauen Zeiträume nennt die Behörde.

Wo wird die MPU durchgeführt?

Bei einer amtlich anerkannten Begutachtungsstelle für Fahreignung, etwa bei TÜV, DEKRA oder anderen Anbietern.

Was passiert bei einem negativen Gutachten?

Ein negatives Gutachten muss nicht vorgelegt werden. Ohne Nachweis der Eignung erhält die Person aber keine Fahrerlaubnis. Nach einer Vorbereitungszeit kann die Untersuchung wiederholt werden.

Alle Hinweise dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine Rechtsberatung. Für den Neustart nach der Neuerteilung bietet das Verzeichnis Hilfe: Fahrschulen in der Nähe finden.

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