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Fahren ohne Fahrerlaubnis

Fahren ohne Fahrerlaubnis ist in Deutschland keine Bagatelle, sondern eine Straftat. Betroffen sind Personen, die nie eine Fahrerlaubnis besaßen, denen sie entzogen wurde, oder die trotz eines angeordneten Fahrverbots am Steuer sitzen. Die Regelung steht im Straßenverkehrsgesetz. Die folgenden Abschnitte erklären, was darunter fällt, welche Strafen möglich sind und welche zusätzlichen Folgen drohen.

Was als Fahren ohne Fahrerlaubnis gilt

Strafbar macht sich, wer ein Kraftfahrzeug im öffentlichen Straßenverkehr führt, ohne die dafür erforderliche Fahrerlaubnis zu haben. Dazu gehören folgende Konstellationen:

  • Es wurde nie eine Fahrerlaubnis erworben.
  • Die Fahrerlaubnis wurde entzogen, und die Sperrfrist läuft noch oder eine neue Fahrerlaubnis wurde nicht erteilt.
  • Die Fahrerlaubnis gilt nicht für die Klasse des gefahrenen Fahrzeugs.
  • Gegen die Person besteht ein Fahrverbot, das missachtet wird.
  • Die Frist für die Nutzung eines ausländischen Führerscheins nach der Wohnsitznahme in Deutschland ist abgelaufen.

Wer dagegen eine gültige Fahrerlaubnis besitzt, den Führerschein aber nicht dabei hat, begeht nur eine Ordnungswidrigkeit. Die Abgrenzung erläutert die Seite Fahren ohne Führerschein.

Strafen und Rechtsfolgen

Bei vorsätzlichem Fahren ohne Fahrerlaubnis droht eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder eine Geldstrafe. Bei fahrlässiger Begehung beträgt der Rahmen bis zu sechs Monate Freiheitsstrafe oder Geldstrafe bis zu 180 Tagessätzen. Die Höhe der Tagessätze richtet sich nach dem Einkommen. Weitere mögliche Folgen sind:

  • Eintragung im Fahreignungsregister mit Punkten
  • Anordnung oder Verlängerung einer Sperrfrist für die Erteilung einer Fahrerlaubnis
  • Einziehung des Fahrzeugs in schweren Fällen, wenn es dem Täter gehört
  • Eintrag im Führungszeugnis bei höheren Strafen
  • Probleme bei der späteren Neuerteilung, etwa durch eine verlangte Medizinisch-Psychologische Untersuchung

Halter und Mitwirkende

Auch der Halter eines Fahrzeugs kann strafbar sein, wenn er anordnet oder zulässt, dass jemand ohne Fahrerlaubnis fährt. Das betrifft etwa Eltern, die Kindern das Fahrzeug überlassen, oder Arbeitgeber, die Beschäftigte ohne gültige Fahrerlaubnis einsetzen. Die Verantwortung der Halter ist daher nicht zu unterschätzen.

Versicherungsschutz

Kommt es zu einem Unfall, kann der Versicherer den Fahrer in Regress nehmen. Die Haftpflichtversicherung zahlt zwar die Schäden Dritter, fordert aber unter Umständen Geld vom Fahrer zurück. Kaskoleistungen können entfallen. Hinweise zu den Versicherungen bietet die Seite Kfz-Versicherung.

Fahrverbot missachtet: besondere Lage

Wer trotz Fahrverbot fährt, begeht ebenfalls eine Straftat. Der Führerschein wird in der Regel bei der Behörde verwahrt, wodurch Kontrollen schnell auffallen. Bei Verstößen kann das Gericht zusätzlich die Fahrerlaubnis entziehen. Vorab informiert die Übersicht zu Fahrverboten. Zur Abgabe des Dokuments gibt es eine eigene Seite: Abgabe des Führerscheins.

Auswirkungen auf die spätere Fahrerlaubnis

Wer ohne Fahrerlaubnis fährt, muss mit Konsequenzen für den späteren Führerscheinerwerb rechnen. Das Gericht kann nach § 69a StGB eine Sperrfrist anordnen, während der keine Fahrerlaubnis erteilt werden darf. Zudem prüft die Fahrerlaubnisbehörde bei einem späteren Antrag, ob Zweifel an der Eignung bestehen. Wer die Ausbildung beginnen möchte, findet Hinweise unter Führerscheinausbildung.

Ausländische Fahrerlaubnis und Sonderfälle

Ausländische Fahrerlaubnisse berechtigen in Deutschland nur unter bestimmten Bedingungen zum Fahren, etwa nach der Verlegung des Wohnsitzes für einen begrenzten Zeitraum. Danach kann eine Umschreibung nötig sein, siehe Führerschein umschreiben. Fahren nach Ablauf dieser Frist kann als Fahren ohne Fahrerlaubnis gelten.

Abgrenzung zum Nichtmitführen

Wer eine gültige Fahrerlaubnis besitzt und lediglich den Führerschein nicht dabeihat, begeht keine Straftat. Dann liegt eine Ordnungswidrigkeit vor, siehe Fahren ohne Führerschein.

Häufige Fragen

Ist Fahren ohne Fahrerlaubnis immer strafbar?

Ja, im öffentlichen Straßenverkehr mit einem Kraftfahrzeug. Auf Privatgelände gelten andere Maßstäbe.

Wie hoch fällt die Strafe aus?

Das richtet sich nach Vorsatz oder Fahrlässigkeit, Vorstrafen und Einkommen. Der Strafrahmen reicht bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe.

Was gilt bei einem Fahrverbot?

Auch hier ist das Fahren strafbar, obwohl die Fahrerlaubnis eigentlich fortbesteht.

Kann ein Mofa oder E-Scooter ohne Führerschein gefahren werden?

Das hängt vom Fahrzeug, vom Alter und von Nachweisen wie der Prüfbescheinigung ab. Für motorisierte Fahrzeuge gelten eigene Regeln. Details zu den Klassen stehen auf der Seite Führerscheinklassen.

Wie reagiert die Polizei bei einer Kontrolle?

Bei Verdacht auf Fahren ohne Fahrerlaubnis wird in der Regel eine Strafanzeige gefertigt und die Weiterfahrt untersagt.

Alle Angaben dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine Rechtsberatung. Wer die Fahrerlaubnis rechtmäßig erwerben möchte, findet Ausbildungsbetriebe im Verzeichnis: Fahrschulen in der Nähe finden.

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