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Hauptuntersuchung (HU)

Die Hauptuntersuchung, kurz HU, prüft in regelmäßigen Abständen, ob ein Fahrzeug verkehrssicher ist und die Umweltvorschriften einhält. Viele sprechen vom TÜV, tatsächlich dürfen mehrere amtlich anerkannte Prüforganisationen und Prüfingenieure die Hauptuntersuchung durchführen. Rechtsgrundlage ist § 29 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO). Wer ein Fahrzeug hält, muss für eine gültige Prüfplakette sorgen.

Wer die Hauptuntersuchung durchführt

Zugelassen sind unter anderem TÜV, DEKRA, GTÜ und KÜS sowie die Prüfstellen anerkannter Werkstätten, in denen Prüfingenieure tätig sind. Die Untersuchung kann bei jeder anerkannten Stelle erfolgen, die Prüfinhalte sind einheitlich geregelt. Die Preise unterscheiden sich je nach Anbieter und Region und sind vorab zu erfragen.

Prüfintervalle bei Pkw

Ein neu zugelassener Pkw muss erstmals nach 36 Monaten zur Hauptuntersuchung, danach alle 24 Monate. Für andere Fahrzeugarten, etwa Lkw, Anhänger, Motorräder oder Wohnmobile, gelten abweichende Fristen. Das Fälligkeitsdatum ergibt sich aus der Prüfplakette auf dem hinteren Kennzeichen (siehe Auto-Kennzeichen) und aus der Zulassungsbescheinigung Teil I (siehe Fahrzeugpapiere). Die Zahl in der Mitte der Plakette gibt das Jahr der nächsten Fälligkeit an, die Zahl am oberen Rand nennt den Monat.

Was geprüft wird

  • Bremsanlage, Lenkung und Fahrwerk
  • Beleuchtung und Signalanlage
  • Reifen, Räder und Achsen
  • Rahmen, Karosserie, Sicht und Scheiben
  • Abgasverhalten und Geräusche, in der Regel als Bestandteil der HU
  • Elektronische Systeme wie Airbag, Assistenzsysteme und Fehlerspeicher in dem vorgesehenen Umfang

Zusätzlich werden Fahrzeugpapiere und Fahrzeugidentifizierungsnummer kontrolliert.

Prüfergebnisse und Mängelklassen

Nach der Untersuchung wird das Ergebnis in einem Prüfbericht festgehalten. Es gibt vier Ergebnisse:

  1. Ohne erkennbare Mängel: Die Plakette wird zugeteilt.
  2. Geringe Mängel: Die Plakette wird erteilt, die Mängel sind zeitnah zu beheben.
  3. Erhebliche Mängel: Keine Plakette. Die Mängel müssen beseitigt werden, die Nachprüfung ist in der Regel innerhalb eines Monats möglich, ohne dass die gesamte Untersuchung wiederholt wird.
  4. Verkehrsunsicher: Das Fahrzeug darf grundsätzlich nicht weiter im Straßenverkehr bewegt werden, eventuell wird die Zulassung eingeschränkt.

Fristüberschreitung und Folgen

Wer die Fälligkeit überschreitet, muss mit einem Verwarnungs- oder Bußgeld rechnen. Eine Überziehung von bis zu zwei Monaten bleibt in der Regel folgenlos, danach steigen die Beträge mit der Dauer. Bei einer Überschreitung von mehr als acht Monaten kommt zum Bußgeld ein Punkt im Fahreignungsregister hinzu. Auch bei Unfällen mit abgelaufener Plakette können Probleme mit der Versicherung entstehen (siehe Kfz-Versicherung).

Vorbereitung auf die HU

Viele Beanstandungen lassen sich durch einfache Kontrollen vermeiden: Lichter, Reifenprofil, Scheibenwischer, Warnausstattung und Flüssigkeitsstände (siehe Regelmäßige Checks). Wer den Termin im Voraus vereinbart, spart Wartezeit. Mitzubringen sind die Zulassungsbescheinigung Teil I, bei bestimmten Fahrzeugen die Nachweise über Umbauten und der Schlüssel.

Kosten und Terminwahl

Die Gebühren für die Hauptuntersuchung setzen sich aus der Prüfgebühr der Organisation und gegebenenfalls Kosten für die Nachprüfung zusammen. Wer sich vorab telefonisch oder online informiert, kann Preise vergleichen. Üblich ist, den Termin kurz vor Ablauf des Fälligkeitsmonats zu wählen, damit genug Zeit für eventuelle Reparaturen bleibt. Eine frühere Vorführung ist möglich, die Plakette gilt dann dennoch ab dem ursprünglichen Fälligkeitsdatum weiter.

Bedeutung für Autokauf und Verkauf

Ein Fahrzeug mit langer Restlaufzeit der Plakette gilt als attraktiver. Beim Gebrauchtwagenkauf zeigt der letzte Prüfbericht, ob Mängel dokumentiert wurden. Beim Verkauf kann eine frische Hauptuntersuchung den Preis stützen. Fehlende oder abgelaufene Plaketten sollten im Kaufvertrag erwähnt werden.

Häufige Fragen

Wie oft muss ein Auto zur HU?

Bei Pkw erstmals nach drei Jahren, anschließend alle zwei Jahre.

Ist eine eigene Abgasuntersuchung nötig?

Die Abgasuntersuchung ist seit Anfang 2010 in die Hauptuntersuchung integriert. Für Dieselfahrzeuge sind bei der HU zusätzliche Messungen am Auspuff wieder vorgesehen.

Was passiert bei erheblichen Mängeln?

Die Mängel müssen behoben und das Fahrzeug erneut vorgeführt werden, in der Regel innerhalb eines Monats.

Wann ist die HU bei einem gekauften Gebrauchtwagen wichtig?

Beim Autokauf sollte das Datum der nächsten Fälligkeit geprüft werden (siehe Tipps zum Autokauf).

Angaben zu Fristen und Gebühren können sich ändern, die Auskunft der Prüforganisation oder der Zulassungsbehörde ist maßgeblich. Für die Ausbildung zum Führerschein bietet das Verzeichnis eine Orientierung: Fahrschulen in der Nähe finden.

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