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Carsharing

Carsharing ermöglicht die Nutzung eines Autos, ohne es zu besitzen. Fahrzeuge werden per App oder Karte gebucht, nach Zeit und Strecke abgerechnet und nach der Fahrt zurückgegeben. Besonders in Städten gilt Carsharing als Alternative zum eigenen Auto, da Anschaffung, Versicherung, Wartung und Stellplatz entfallen. Wer nur gelegentlich ein Fahrzeug braucht, kann damit Kosten senken und flexibel bleiben.

Wie Carsharing funktioniert

Nutzer registrieren sich beim Anbieter, lassen den Führerschein digital oder vor Ort prüfen und erhalten Zugang zu den Fahrzeugen. Gebucht wird per App, oft auch spontan. Die Fahrzeuge werden mit Chipkarte, Smartphone oder digitalem Schlüssel geöffnet. Abgerechnet wird nach Minuten, Stunden oder Tagen, hinzu kommen Kilometerpreise oder Pauschalen. Einige Anbieter verlangen eine monatliche Grundgebühr, andere eine einmalige Anmeldegebühr. Die genauen Preise unterscheiden sich je nach Anbieter und Stadt.

Modelle im Überblick

  • Stationsbasiertes Carsharing: Fahrzeuge haben feste Stellplätze und werden dort abgeholt und zurückgebracht. Vorteil: verlässliche Verfügbarkeit, gut für planbare Fahrten.
  • Free-Floating: Fahrzeuge stehen im Geschäftsgebiet verteilt auf öffentlichen Stellplätzen. Vorteil: spontane Nutzung, Nachteil: Suchen nach einem freien Fahrzeug.
  • Privates Carsharing: Privatpersonen verleihen ihr Auto über Plattformen.
  • Betriebliches Carsharing: Unternehmen oder Wohnanlagen stellen gemeinsame Fahrzeuge bereit.

Voraussetzungen und Führerschein

Notwendig ist eine gültige Fahrerlaubnis der passenden Klasse (siehe Klasse B). Anbieter legen eigene Bedingungen fest: Manche verlangen ein Mindestalter von 18 oder 21 Jahren, andere eine Mindestdauer des Führerscheinbesitzes. Wer in der Probezeit ist, kann je nach Anbieter eingeschränkt sein (siehe Probezeit). Bei Registrierung ist ein Zahlungsmittel erforderlich. Ein Führerschein mit Beschränkung auf Automatik berechtigt nur zur Nutzung von Automatikfahrzeugen (siehe Klasse B78).

Kosten und Versicherung

Die Kfz-Haftpflicht und meist eine Kaskoversicherung sind in der Nutzung enthalten, häufig mit einer Selbstbeteiligung im Schadenfall. Kraftstoff oder Ladestrom sind in der Regel im Preis enthalten. Ob sich Carsharing lohnt, hängt von der Fahrleistung ab. Bei seltener Nutzung ist es oft günstiger als ein eigenes Auto, bei täglichen Fahrten steigen die Kosten. Ein Vergleich mit den Gesamtkosten eines eigenen Fahrzeugs hilft bei der Entscheidung (siehe Alles zum eigenen Auto).

Parken, Tanken und Rückgabe

Je nach Modell sind Fahrzeuge an der Station zurückzugeben oder im Geschäftsgebiet abzustellen. Für Carsharing-Fahrzeuge können Kommunen auf Grundlage des Carsharinggesetzes eigene Parkflächen ausweisen. Die Fahrzeuge sind meist gekennzeichnet. Vor Fahrtbeginn sollte der Zustand dokumentiert und Schäden gemeldet werden, damit sie nicht dem nächsten Nutzer zugerechnet werden. Bei Elektrofahrzeugen sind Ladevorgaben des Anbieters zu beachten (siehe E-Mobilität).

Carsharing und Umwelt

Weniger Fahrzeuge in der Stadt bedeuten weniger Platzbedarf für parkende Autos. Studien zeigen, dass Carsharing die Nutzung von Bus, Bahn und Fahrrad ergänzen kann. Die ökologische Wirkung hängt davon ab, ob private Fahrzeuge tatsächlich abgeschafft werden und wie die Flotte angetrieben wird (siehe Ökologisch fahren).

Für wen sich Carsharing eignet

Carsharing passt zu Menschen, die ein Auto nur gelegentlich benötigen, etwa für Großeinkäufe, Ausflüge oder Termine abseits von Bus und Bahn. Auch Haushalte, die ihr Zweitauto abschaffen möchten, nutzen das Angebot. Weniger geeignet ist es bei täglichen langen Pendelstrecken, in ländlichen Regionen mit geringer Fahrzeugdichte oder bei Bedarf an Spezialausstattung wie Kindersitzen, die im Voraus abgeklärt werden sollte. Vor dem Abschluss lohnt eine Probephase mit wenigen Fahrten.

Häufige Fragen

Ab welchem Alter ist Carsharing möglich?

Das legt der Anbieter fest. Üblich ist ein Mindestalter von 18 bis 21 Jahren und ein gültiger Führerschein.

Was passiert bei einem Unfall?

Die Unfallstelle ist wie üblich zu sichern, Polizei und Anbieter sind zu informieren (siehe Verhalten im Straßenverkehr). Die Selbstbeteiligung richtet sich nach den Bedingungen.

Wer zahlt Bußgelder?

Der Fahrer. Anbieter geben die Daten bei Verstößen an die Behörden weiter und berechnen oft eine Bearbeitungsgebühr.

Lohnt sich Carsharing für Fahranfänger?

Es erspart hohe Anfangsbeiträge der Versicherung und ermöglicht Fahrpraxis ohne eigenes Fahrzeug.

Der Überblick ersetzt nicht die Bedingungen der Anbieter, die vor der Anmeldung zu lesen sind. Wer noch nicht über einen Führerschein verfügt, findet Ausbildungsbetriebe im Verzeichnis: Fahrschulen in der Nähe finden.

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