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Autokauf

Der Kauf eines Autos ist für viele nach dem bestandenen Führerschein die erste größere Anschaffung. Neuwagen, Jahreswagen, Gebrauchtwagen vom Händler oder von Privat: Jede Variante hat Vor- und Nachteile. Gute Vorbereitung hilft, Kosten, Risiken und passende Fahrzeuge abzuwägen. Die folgenden Tipps zum Autokauf geben einen Überblick über Budget, Prüfung und Vertrag.

Budget und Bedarf klären

Am Anfang steht die Frage, wofür das Auto genutzt wird: Pendelstrecke, Familienfahrten, Stadtverkehr oder Urlaub. Daraus ergeben sich Größe, Antrieb und Ausstattung. Neben dem Kaufpreis fallen laufende Kosten an: Kfz-Versicherung, Kfz-Steuer, Kraftstoff oder Strom, Wartung, Reifen, Hauptuntersuchung und Wertverlust (siehe Alles zum eigenen Auto). Für Fahranfänger fällt die Versicherung besonders ins Gewicht, daher lohnt ein Vergleich vor dem Kauf (siehe Kfz-Versicherung).

Neuwagen, Jahreswagen oder Gebrauchtwagen

  • Neuwagen: Neueste Technik, Herstellergarantie und zwei Jahre gesetzliche Gewährleistung, aber hoher Wertverlust in den ersten Jahren.
  • Jahreswagen und junge Gebrauchte: Geringerer Preis bei meist wenig Verschleiß.
  • Gebrauchtwagen: Günstig in der Anschaffung, aber mit höherem Risiko für Reparaturen und unklarer Historie.

Auch Elektro- oder Hybridfahrzeuge kommen in Frage (siehe E-Mobilität).

Händler oder Privatverkäufer

Beim Händlerkauf gelten für Verbraucher die Regeln des Verbrauchsgüterkaufs. Die Gewährleistung beträgt bei Neufahrzeugen zwei Jahre, bei Gebrauchtwagen kann sie nur durch eine ausdrückliche, gesonderte Vereinbarung auf ein Jahr verkürzt werden. Zeigt sich innerhalb eines Jahres nach Übergabe ein Mangel, wird vermutet, dass er schon bei der Übergabe vorlag. Bei Privatverkäufen kann die Gewährleistung ausgeschlossen werden, außer bei arglistig verschwiegenen Mängeln. Dafür fällt der Preis oft niedriger aus.

Fahrzeug prüfen

Vor dem Kauf empfehlen sich eine gründliche Besichtigung bei Tageslicht und eine Probefahrt. Wichtige Punkte sind:

  1. Karosserie, Lack und Spaltmaße auf Unfallspuren prüfen
  2. Reifen, Bremsen und Unterboden kontrollieren
  3. Motorgeräusche, Schaltverhalten und Kupplung beachten
  4. Fahrzeugpapiere, Serviceheft und Hauptuntersuchung prüfen (siehe Fahrzeugpapiere)
  5. Fahrzeugidentifizierungsnummer in Papieren und am Fahrzeug abgleichen

Eine unabhängige Prüfung durch Prüforganisationen oder Automobilclubs schafft zusätzliche Sicherheit. Auch Fahrzeughistorie, Rückrufe und Kilometerstand sollten plausibel sein.

Kaufvertrag und Bezahlung

Der Kaufvertrag enthält Fahrzeugdaten, Preis, Kilometerstand, Zustand, Zusagen und gegebenenfalls Gewährleistung. Mündliche Absprachen sind schriftlich festzuhalten. Beim Privatkauf bieten sich Barzahlung gegen Quittung oder eine bestätigte Überweisung bei Übergabe an. Bei Online-Käufen ohne Besichtigung ist Vorsicht geboten, besonders bei verlockend günstigen Angeboten und Vorauszahlungen. Nach dem Kauf folgen Versicherung und Zulassung (siehe Zulassung).

Finanzierung und Leasing

Ratenkredit, Händlerfinanzierung und Leasing haben unterschiedliche Kosten und Bindungen. Der effektive Jahreszins und die Gesamtkosten sollten verglichen werden. Beim Leasing bleibt das Fahrzeug Eigentum des Leasinggebers, am Ende fallen oft Rückgabekosten für Schäden und Mehrkilometer an. Verträge sind genau zu lesen.

Nach dem Kauf: Nächste Schritte

Nach dem Kauf stehen mehrere Aufgaben an: Versicherung abschließen, Fahrzeug zulassen, Kennzeichen anbringen und gegebenenfalls einen Wartungstermin vereinbaren. Beim Kauf eines Gebrauchtwagens ist es sinnvoll, sofort die Flüssigkeiten und Bremsen prüfen zu lassen und den Zustand in einem Übergabeprotokoll festzuhalten. Fahrzeugpapiere und Schlüssel sollten vollständig übergeben werden. Auch ein Wertgutachten für spätere Verkaufsabsichten oder Versicherungsfälle kann hilfreich sein.

Typische Fallen beim Gebrauchtwagenkauf

Zu den häufigen Problemen zählen manipulierte Kilometerstände, verschwiegene Unfallschäden, gefälschte Papiere und Fahrzeuge mit offenen Rückrufen. Auch Zahlungen an unbekannte Treuhanddienste oder Vorkasse ohne Besichtigung sind Warnzeichen. Wer unsicher ist, zieht eine unabhängige Prüfung oder Beratung durch einen Automobilclub hinzu.

Häufige Fragen

Welches Auto eignet sich für Fahranfänger?

Meist ein kleines, sparsames Fahrzeug mit niedriger Typklasse und überschaubarer Motorleistung, das sich einfach einparken lässt.

Wie lange läuft die Gewährleistung beim Gebrauchtwagen?

Bei Händlern in der Regel mindestens ein Jahr, bei Privatverkäufen kann sie ausgeschlossen sein.

Wann sollte die Versicherung abgeschlossen werden?

Vor der Zulassung. Die eVB-Nummer ist für die Zulassung erforderlich.

Ist ein Kauf aus dem Ausland sinnvoll?

Er kann günstig sein, bringt jedoch Zusatzaufwand bei Papieren, Zulassung und Gewährleistung mit sich.

Der Überblick ersetzt keine individuelle Beratung. Auf dem Weg zum eigenen Auto steht zunächst der Führerschein: Fahrschulen in der Nähe finden. Zur Themenübersicht führt Tipps rund ums Autofahren.

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